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Katja Mair Trio
 

CD-Kritiken

«Hochinteressante CD»

Ein neuer Stern am CH-Jazz-Himmel. Die Sängerin Katja Mair liefert hier mit ihrer Gruppe Kaama ein vielversprechendes Album ab. Abwechslungsreich mit Einflüssen von Trip Hop und Ambient interpretiert sie eigene Songs mit Ueberzeugungskraft,Intensität und Spannung in einer eigenen musikalischen Sprache. Kongeniale Unterstützung findet sie auf dieser CD mit Christy Doran, der einige fulminante Soli mit der Gitarre abliefert, sowie der treibenden Rhythmusgruppe Peter Gossweiler b,Plamen Blagoev elb und Marc Halbheer an den Drums.

Bewertung: *****

Egischa

www.cede.ch — 31. Oktober 2005


Pressestimmen Konzerte

«Groovig, rezent, geheimnisvoll»

«Kaama» lüftete in der «Scheune» Brunnadern ihr jüngstes musikalisches Geheimnis - rezenter, experimenteller Sound, verwurzelt mit Jazz

Brunnadern. Wer am Freitag in der «Scheune» Mainstreamjazz erwartet hatte, lag falsch. Was Jazzsängerin Katja Mair mit ihrer Band servierte, waren mit «Drum 'n' Bass», Trip-Hop oder Latin-Jazz-Grooves gewürzte, experimentelle Eigenkompositionen, geheimnisvoll und heavy zugleich.

Wohlig warm ists am Freitag kurz vor halb neun Uhr in der Brunnödliger Gemeindescheune. Zu jenen Gästen, die sich erst gefüllte Champignons mit Nüsslisalat, dann den Gemüse-Filet-«Jazztopf» der «Mannechuchi Neckertal» hatten munden lassen, gesellen sich nun auch solche, die nur des Konzerts wegen gekommen sind. Kaum ein Platz an den Bistrotischen ist frei, als «Kaama» zum ersten Set ansetzt.

Sphärisch, geheimnisvoll

Plamen Blagoev lässt seinen E-Bass sanft aber rasant «walken», Katja Mair haucht erst, dann flüstert sie Worte ins Mikrofon. Sphärische Klänge erzeugt Peter Gossweiler am Kontrabass, bearbeitet ihn mit dem Bogen. Wind scheint durch die Scheune zu wehen und Katja Mair, ganz in weiss, scheint ihre Band zart aber bestimmt durch ein Geisterland zu führen. Marc Halbheer streicht dazu sein High-Hat - entlockt ihm säuselnde Geräusche, legt rasante «Drum 'n' Bass»-Rhythmen hin, duelliert sich mit dem Elektrobass, während Christy Doran seine Gitarre zu hoch frequentem Wimmern zerrt. «Secrets», haucht Katja Mair - bevor sie mit ihrer klassischen Jazzstimme das Stück klar und melodiös zu intonieren beginnt, dann wieder haucht und samt Instrumenten verstummt. «Wir loten alle Grenzen der Musik aus», sagt sie dann zu einem teils erstaunten Publikum. «Wir hoffen, es wird Ihnen nicht zu viel», ergänzt sie. Das Publikum schmunzelt, wartet gespannt aufs zweite Stück. Ob wohl doch noch etwas Bekanntes kommt? Aufs Neue beginnt ein groovig, harmonienreiches Spiel, ein Streicheln und Kitzeln von Stimme und Instrumenten. Bis nicht zuletzt Blagoev seinen Bass «headbangen», Doran seine Gitarre «scratchen» lässt oder Mair ihre ganze Gefühlswelt aus der Seele zu schreien droht. Einigen Gästen wirds nun zu viel. Die anderen dagegen sind begeistert, lassen sich zum Dessert zwei rezente Stücke Käse mit süssem Kuchen und Trauben munden.

Rezentes im zweiten Set

Ebenso rezent und nicht weniger süss, stets unterlegt oder verwurzelt mit Elementen des Jazz, servieren die fünf «Kaama»-Musiker ihr zweites Set. Was geheimnisvoll anmutet, sind zweifellos die Special Effects, mit welchen Sängerin und Instrumentalisten immer wieder überraschen, sich damit konkurrenzieren und wieder finden, sich in dynamischem Gefielde austoben und wieder zur Ruhe kommen.

Damals noch konventionell

Etwas ruhiger als in den letzten Tagen - ihre CD taufte «Kaama» am letzten Montag - wird es in Sachen Auftritte für die Band werden. Wann und wo die 37-jährige Joner Sängerin zum nächsten Mal ihren lyrischen Power-Jazz erklingen lässt, steht noch offen. Jedenfalls habe es ihr in Brunnadern bestens gefallen, meint sie, die schon vor sechs Jahren, damals noch als Musikstudentin und mit Jazzstandards, in der «Scheune» gastierte.

Sanrda Egli

St. Galler Tagblatt — 31. Oktober 2005


«Ein Konzert wie eine Crème brûlée»

Gemütliche Sofas, ein paar Palmen und kühles blaues Licht - bequem und edel war das Taptab für das Jazzfestival eingerichtet. Doch nicht nur die Deko überraschte, auch der extravagante Auftritt der Band «kaama». Von tiefen und schweren Klängen begleitet, eröffnete Sängerin Katja Mair das Konzert mit einer fonetischen Reise durch den menschlichen Klangkörper: Sie atmete, seufzte, schnalzte und quietschte ins Mikrofon, dass einigen Besuchern Unverständnis und Sprachlosigkeit vom Gesicht abzulesen waren. Bereits im nächsten Lied wurde der Klangurwald durch friedliche, einlullende «Schlaschla»-Gesänge verdrängt. Die fünfköpfige Formation erzeugte von Ambient- über Triphop- bis Drum'n'Bass-angehauchte Lieder. Mit zischenden Becken und wirbelnden Snare-Schlägen bereitete der Koch der Schlagzeugküche, Marc Halbheer, ein brodelndes Gericht zu. Groovig und pikant unterstützt durch die Bassklänge der Doppelbesetzung des tiefen Registers. E-Bassist Plamen Blagoev und Kontrabass-Künstler Peter Gossweiler verwoben die dröhnenden Läufe zum mitreissenden Teppich. Und die hellen Riffs des Gitarreros Christy Doran umschmiegten die Songs mit dem nötigen «Mojo», das den Stücken Seele und Charakter verlieh. Vergleiche mit Massiv Attack oder Morcheeba sind angebracht. Den Auftritt kann man mit dem Verzehr einer Crème brûlée verbildlichen: Nachdem man die widerspenstige Karamellschicht des Intros geknackt hat, stösst man zur cremigen Füllung der Songs im Hauptteil vor. Durch die leckere Karamellsauce auf dem Grund, repräsentiert durch die doppelte Bassbesetzung, wird das Ganze mit einer dunklen, kraftvollen Zutat veredelt.

Hermann-Luc Hardmeier

Schaffhauser Nachrichten — 17. Mai 2004


«Heavy Jazz»

Kaama trat im Moods auf

Zunächst hört man Katja Mair nur tief atmen, beklemmend unregelmässig presst sie Luft ins Mikrofon, während die Mitmusiker ihres Projektes Kaama einen klaustrophobischen Klangraum andeuten. Dann deklamiert die Sängerin mit nüchterner Sprechstimme auf Englisch, dunkel sei die Farbe der Nacht, dunkel die Farbe ihrer Seele. Schlagzeug und Elektrobass setzen mit der tonnenschweren Wucht einer Heavy-Metal-Band ein, spielen aber quälend langsam, die Gitarre beginnt wie eine verlorene Seele zu wimmern und zu jaulen. Dies müsse der Anfang des Endes sein, fährt Katja Mair fort, doch dann nimmt das Stück «The Beginning» eine überraschende Wende und endet mit fast schon poppiger Unbeschwertheit.

So heavy einige der Eigenkompositionen von Katja Mair klingen, so bleiben sie doch alle im Jazz verwurzelt. Das verdeutlichen am Montagabend im gut besuchten Moods die Live-Versionen der grösstenteils von Kaamas Débutalbum «Romance» stammenden Stücke, zumal die fünf Musiker die interpretatorischen Freiheiten mit packendem Interplay zu nutzen verstehen.

Ungewöhnlich und reizvoll ist insbesondere, wie Peter Gossweiler am Kontrabass und Plamen Blagoev am Elektrobass ihr Spiel verweben und damit die dunklen, manchmal tatsächlich romantischen Seiten der Stücke betonen. Marc Halbheer verleiht dieser Basis mit seinem zu zappeligem Drum'n'Bass neigenden Schlagzeug eine zuweilen explosive Dynamik. Herausragend ist aber das Gitarrenspiel von Christy Doran, der erst nach Fertigstellung des Albums zur Gruppe stiess und das Material mit seinem stimmungsvoll durchbrochenen Spiel deutlich aufwertet.

Über all dem kommt die zumeist wunderbar reine und stets intonationssichere Stimme von Katja Mair bestens zur Geltung - ob sie nun düster beschwört, spitz kreischt oder munter im Scat-Stil singt. Damit zeigt die Sängerin aus Jona ihre stilistische Vielfalt, die sie auch bei so unterschiedlichen Gruppen wie dem A-cappella-Quintett Urban Voices und dem Avantgarde-Trio Slowly We Bleed zur Geltung bringt. Je stärker sich ihre Stücke jedoch an Jazzstandards anlehnen, desto gewöhnlicher wirkt auch ihr Gesang, da man Vorbilder erkennt und damit vergleicht. Spannend sind vor allem eigenwillige Stücke wie «The Beginning», wo sie mit ihrer Stimme Abgründe erkundet.

Markus Ganz

Neue Zürcher Zeitung — 8. Januar 2004


«Ein Wechselbad der Gefühle»

Jona: «kaama» taufte ihre CD auf der Kellerbühne Grünfels

Die Künstlerin Katja Mair und ihr Projekt «kaama» feierten am Samstagabend auf der kellerbühne Grünfels so etwas wie ein Heimspiel; die neue CD «romance» wurde getauft und ein Konzert der Superlative geliefert.

Man kennt sie in der Umgebung, die Namensgeberin des Jazz-Prpojektes «kaama»: Katja Mair ist schon seit geraumer Zeit eine Garantin für qualitativ hochstehende und innovative Musik. Die Tatsache, dass die professionelle Musikerin nicht aus der Gegend Rapperswil-Jona weggezogen ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Katja Mair internationales Format hat und «kaama» nicht nur international besetzt ist, sondern auch internationale Musik macht.

Modern und doch zeitlos

In einer Zeit, in der jeder, der eine Melodie seines Idols eingermassen hinkriegt, zum Superstar ausgerufen, aufgebaut, verheizt und abgeschossen wird, hat es Musik wie die von «kaama» nicht leicht: Man muss hinhören und eintauchen, sich auf die Songs einlassen und wird feststellen, dass «kaama» etwas beständigeres bietet , unglaublich modern und doch zeitlos daherkommt. Darüberhinaus ist «kaama» im Livekonzert ein Ereignis, etwas, das unter die Haut geht und einfährt.

Mit Worten kann man der Musik «kaamas» kaum gerecht werden: vielschichtig gelagerte Rhythmen, die nicht selten mitten in der Nummer wechseln, überraschende und doch haarscharfe Einsätze, Bass und Flageoletts, Experimentelles, aber mit Konzept.«kaama» muss man hören, fühlen, um die Bandbreite des Projekts zu erleben. Jazz ist sicher das Stichwort, Triphop, ambient. Aber «kaama» ist kein Mix von verschiedenen Stilen. Es bringt viel mehr etwas sehr eigenes zum Ausdruck, wie die Band in zwei Sets bei der Taufe ihrer CD «romance» am Samstagabend bewiesen hat.

Nicht zuletzt ist es Katja Mair's Stimme, die «kaama» einzigartig macht: Sie atmetet, schreit, quietscht; sie bringt Geräusche hervor, für die es allenfalls noch in der Phonologie Namen gibt. Katja Mair beherrscht es, diese Geräusche perfekt, im Einklang mit der Musik und mit Konzept zu erzeugen und einzusetzen. Kein zufälliger Lärm, sondern gezielt genützte Soundeffekte. Es passt, und zwar vor allem deshalb, weil Katja Mair wirklich singen kann - was sie bereits vor «kaama» mehrfach bewiesen hat und sowohl am Samstagabend als auch auf der CD zeigt. So vermittelt «kaama» bei der Taufe von «romance» ein echtes «Wechselbad der Gefühle», wie es Katja Mair dazwischen selbst lächelnd auf den Punkt bringt. Die Musik kommt düster daher, dann wieder lieblich, um gleich wieder brutal zu werden.

Vom Puzzle zum vollständigen Bild

Das homogene Spiel der Musiker - Christy Doran an der Gitarre, Peter Gossweiler am Kontrabass, Plamen Blagoev als E-Bassist, Drummer Marc Halbheer und Sängerin Katja Mair - lässt keine Disharmonie zu. Wie ein Puzzle fügt sich eine Nummer in die nächste, um am Schluss ein vollständiges Bild zu ergeben: Ein Bild das ab sofort unter dem Namen «romance» erhältlich ist.

Sahra S. Gaffuri

Linth Zeitung — 20. Oktober 2003